Elbit Systems Deutschland

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APS Iron Fist: Elbit bietet Produktion in Deutschland an

Auf der Nürnberger Sicherheits- und Verteidigungsmesse Enforce Tac 2026 in der vergangenen Woche war auch Elbit Systems Deutschland, die Tochtergesellschaft das israelischen Unternehmen Elbit Systems mit ihrem abstandsaktiven Schutzsystem (APS) Iron Fist vertreten. Mit einer Gesamtmasse von einer halben Tonne lässt es sich nach Angaben des Unternehmens auch in leichte geschützte Fahrzeuge integrieren, um Bedrohungen durch Panzerabwehrhand- und Lenkwaffen, Drohnen und sogar Geschosse aus 120-mm-Panzerkanonen abzuwehren.

Damit bietet es sich laut Elbit auch als zweite Generation des ebenfalls israelischen Systems Trophy für Kampfpanzer an, das etwa von der Bundeswehr für den Leopard 2 A7A1 und A8 beschafft wird. Im Gespräch mit Soldat & Technik auf der Enforce Tac erklärten Vertreter des Unternehmens, dass man im Fall einer Beschaffung bereit sei, eine Produktion in Deutschland samt vollem Technologietransfer aufzubauen. Elbit Systems Deutschland hat hier neben dem Standort der ehemaligen Telefunken Racoms in Ulm bereits mehrere andere Niederlassungen.

Iron Fist lenkt selbst KE-Geschosse ab

Iron Fist besteht aus zwei richtbaren „Ready to launch“-Werfern und vier um das Trägerfahrzeug verteilten Sensorpaketen. Letztere erfassen anfliegende Bedrohungen mit einem Radar und elektro-optisch, wechseln dann in den Tracking-Modus und richten die zweirohrigen Werfer aus. Diese feuern innerhalb weniger Sekunden automatisch die Abwehrgeschosse ab, die in einer Entfernung von zehn bis 20 Metern vom Fahrzeug neben der Bedrohung explodieren. Ein Flugkörper wird dadurch in der Regel neutralisiert, ohne dass sein eigener Gefechtskopf regulär auslöst.

Ein KE-Geschoss (Kinetische Energie) gerät ins Taumeln und wird von seiner Flugbahn abgelenkt oder schlägt mit verringerter Wirkung schräg auf. Ein passiver Grundschutz bleibt daher erforderlich, auch gegen Splitter der Abwehrgeschosse. Im Gegensatz zu anderen Schutzsystemen kann der Iron-Fist-Werfer in weniger als einer halben Minute von der Besatzung für weitere Bedrohungen nachgeladen werden, wozu allerdings der Panzerschutz teilweise verlassen werden muss. An einem Automatiklader wird noch gearbeitet.

Iron Fist ist auch gegen Angriffe aus hohen Winkeln wie mit Drohnen, Top-attack- und Loitering Munition wirksam. Offenen Quellen zufolge wurde es auf einem Schützenpanzer CV90 nach NATO-STANAG 4686 für abstandsaktive Schutzsysteme getestet. 2021 entschieden sich die Niederlande für die Nachrüstung ihrer CV9035 im Rahmen eines Midlife-Upgrades. Auch die U.S. Army beschaffte eine Version von Iron Fist für den M2 Bradley. In Israel wird das System etwa auf dem 8×8-Radpanzer Eitan und dem gepanzerten Bulldozer D9 eingesetzt.

Stefan Axel Boes

Bild: Stefan Axel Boes